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Freitag, 09. November 2007

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Kommentare

Klar, es ist schon schlimm genug, wenn man innerhalb der Medienwissenschaften (als Feld, nicht unbedingt als Disziplin) immer wieder mit hierarchischen Modellen operiert, und dabei ein vages Prinzip von E vs. U dazu führt, dass Film höher bewertet wird als Games, Literatur höher als Film usw.
Ausserdem steckt im Denken von "serious games" sowieso schon eine doppelte Falle drin: zum einen ist irgendeine Form von Spass Vorbedingung für Spiele, weil sie eben auf Freiwilligkeit beruhen, und was mir keinen Spass macht, tue ich nicht freiwillig (auch wenn der Spass durchaus in Mühsal, Überwindung, Anstrengung oder Verunsicherung stecken kann). Andererseits muss ich das Spiel auf meine Art "serious" nehmen, sonst spiele ich nicht, sondern analysiere bestenfalls das Spielmaterial von aussen (da müssen wir ja immer wieder aufpassen, nicht?). Wenn ich jetzt eine Unterscheidung zwischen "Fun-" und "serious games" forciere, splitte ich die notwendigen Voraussetzungen von Games auf, und dann Serious games zu meinem Untersuchungsgegenstand zu erklären bedeutet, Spiele erst dann als Gegenstand gelten zu lassen, wenn sie aufgehört haben, als Spiele zu funktionieren. Glücklicherweise klappt das nicht, und das was bleibt ist, dass das Etikett "serious games" nichts über die "seriousness" eines Spiels aussagt, sondern nur darüber, welche Spiele ich selbst bereit bin "ernst zu nehmen", und das ist letzlich eine persönliche (und oft genug politische) Frage, die nicht künstlich in den Rang einer ontologischen Kategorie erhoben werden sollte.
In my humble opinion.

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