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Montag, 12. Januar 2009

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Folgende Weblogs beziehen sich auf Eine Theorie des Digital Game Based Learning - Teil 2: Ludischer Konstruktivismus:

Kommentare

Spannende Theorie. Ich bin voller Vorfreude auf deine weiteren Ausführungen.

Die Idee des ludischen Konstruktivismus gefällt mir gut, allerdings finde ich, dass mit der Beschränkung auf Projektions- und Rückprojektionsprozesse einiges an Erklärungspotential dieses Modells verloren geht. Die von dir beschriebenen Vorgänge zielen auf eine Erklärung der wechselseitigen Einflussnahme einer virtuellen Identität auf eine reale Identität ab. Sozialpsychologisch gesehen steht also die Überlappung des Selbstkonzeptes oder globaler betrachtet die der Persönlichkeit inklusive ihrer Handlungsmöglichkeiten mit den Charakterzügen und Handlungsmöglichkeiten des Avatars im Blickpunkt.

Ich würde in diesem Zusammenhang nun gerne die Begriffe der wahrgenommenen Kompetenz und die des Lernens durch Beobachtung in den Raum werfen.

Funktioniert eine Übertragung von Erfahrungen im virtuellen auf den realen Kontext, beispielsweise in Form einer erfolgreichen Erledigung von spielinternen Quests, dann kann sich das in der Realität durch eine gesteigerte Selbstwirksamkeit ausdrücken. Sprich in diesem Fall würden sich Erfolgserlebnisse aus der Spielwelt direkt in einer besseren Stimmungslage und eine gesteigerten Kompetenzwahrnehmung manifestieren. Das Wissen um die eigene Kompetetenz führt zu einem positiveren Selbstbild.

Zum Lernen am Modell: Hier würden nun Handlungsmöglichkeiten im Vordergrund stehen. Wenn bestimmten Verhaltensweisen tatsächlich transferiert werden, so kann das im Idealfall zu einer Veränderung des Verhaltensrepertoires führen. Z.B. Wenn eine soziale Interaktion in einem Rollenspiel durch geschicktes Argumentieren erfolgreich verläuft, dann wird eventuell zukünftig in realen Interaktionen ebenfalls auf überlegtes Argumtieren in Gesprächen zurückgegriffen.

Mir geht es um die weiterführenden Konsequenzen der Projektionsprozesse. Sind diese in deinen theoretischen Überlegungen enthalten?

Beim Projektionsbegriff muss man ein bisschen aufpassen, da der von mir hier verwendete Begriff mit dem in der Psychologie verwendeten Projektionsbegriff nicht vollkommen übereinstimmt. Ich vermute einmal, dies war auch der Grund warum Gee nicht von "Projektion" sondern von "projizierter Identität" gesprochen hat. Ich habe mich dennoch in leichter Ignoranz dazu entschlossen von einer Projektion zu sprechen, da dies das Prinzip einfach besser beschreibt. Einer der zentralen Unterschiede dabei ist, dass in diesem lerntheoretischen Modell keine Überlappung zwischen virtueller und realer Identität statt findet.

Was du ansprichst ist höchst relevant wenn man meinen Ansatz des ludischen Konstruktivismus tatsächlich zu einer erkenntnistheoretische Position entwickeln will. Dort will ich aber eigentlich nicht hin, da ich mich dazu auch gar nicht so berufen fühle. Da braucht es jemanden, der hier mehr beitragen kann als ich mit meinem pädagogisch/technischen Hintergrund. Im weiteren geht es mir natürlich schon um Konsequenzen der Projektionsprozesse. Dies allerdings weniger aus psychologischer sondern vielmehr aus pädagogisch/didaktischer Sicht. (Das ist in etwa vergleichbar mit dem Unterschied zwischen lerntheoretischem und erkenntnistheoretischem Konstruktivismus.)

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